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134654

(2010) Alfred Schütz und die Hermeneutik, Konstanz, UVK.

Alltagsmoral. Fragen mit und an Alfred Schütz

Bernhard Waldenfels

pp. 353-374

Der Beitrag legt eine an Schütz anschließende Revision der Moralphilosophie vor, die kritisch auf dessen Priorisierung der Alltagswelt zurückgreift. Alfred Schütz geht es primär um den Versuch, den Sozialwissenschaften einen Erfahrungsboden zu verschaffen. Dieser Versuch führt für den Autor jedoch mehr und mehr auf die Bahnen einer sozial geprägten Pragmatik, da die verstehende Soziologie wie schon bei Max Weber nicht nur als Sinnwissenschaft, sondern in hohem Maße als Handlungswissenschaft begriffen wird. Man sollte erwarten, dass Moral und Recht in Form einer Alltagsmoral einen zentralen Platz in der sozialen Lebenswelt beanspruchen. Doch dem ist nicht so. Schütz legt eine moralische Abstinenz an den Tag, die bei seinen theoretischen Leitgestirnen Bergson, Husserl und Weber so nicht zu finden ist. Dieses "auffällige Manko" hat seine Gründe, es hat aber auch bestimmte Auswirkungen. Die "pragmatische Wende" bei Schütz droht in einem Alltagspragmatismus zu enden. Angesichts dieser augenscheinlichen "moralischen Abstinenz" von Schütz sucht der Autor dagegen nach Einfallstoren des "Außeralltäglichen im Alltäglichen", für das es aufmerksam zu werden gilt, "wenn Alltag und gelebte Moral nicht alltäglich und mithin kraftlos werden sollen".

Publication details

Full citation [Harvard style]:

Waldenfels, B. (2010)., Alltagsmoral. Fragen mit und an Alfred Schütz, in M. Staudigl (Hrsg.), Alfred Schütz und die Hermeneutik, Konstanz, UVK, pp. 353-374.

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Alfred Schütz und Aron Gurwitsch: Alltagsmoral

2015

Bernhard Waldenfels

in: Sozialität und Alterität, Berlin : Suhrkamp